Dies ist unser Tagebuch über Nord- und Mittelamerika. Um ein Bild grösser zu sehen, klicke mit dem Mauszeiger drauf und um einen Kontext zum Bild zu erhalten, lass einfach den Mauszeiger über dem Bild stehen. Weiterführende Links zu Sehenswürdigkeiten und anderen erwähnenswerten Orten und WebSites, sind blau unterstrichen. Die Links im blauen Datumfeld sind (ältere) Satellitenbilder von TerraServer.

 
Datum
Tagebucheintrag
New Hampshire State Flower (Flieder)

01.10. -
02.10.2004


Karte New Hampshire
Über Bethel und die Strasse #113 durchqueren wir auf dem Weg nach Fryeburg den östlichsten Teil der White Mountains, die in Maine liegen. Ab heute gehören wir zu den "Leaf Peepern". So werden die Touristen genannt, die wegen der "Fall Foliage" (Blattfärbung der Bäume) in New England herumreisen. Die Staaten Maine, New Hampshire und Vermont sind bekannt für ihre Baumvielfalt, die im Herbst in unterschiedlichsten, bunten Farbschattierungen, von Hellgelb bis Dunkelrot, durchsetzt mit grünen Tannen, erscheinen. Es ist noch etwas früh, aber auf der Fahrt nach Fryeburg, an der Grenze zu New Hampshire, sehen wir schon viele Farbtöne. Bald nach der Grenze, nach Cornway,
nehmen wir uns für zwei Tage einen Campingplatz im White Lake Sate Park.bunter Herbst
SpiegelseeSpiegelsee
Am nächsten Tag machen wir, trotz trübem Nebelwetter, eine Rundfahrt um den grossen Lake Winnipesaukee. Diese Gegend wird das Cottage Country genannt, wegen der vielen, weissen Holzhäuser an den Seeufern. Martin hat dann trotz schlechtem Wetter doch noch ein Erfolgserlebnis. Beim Spazieren durch Laconia, der grössten Stadt der Umgebung, finden wir einen kleinen Cigarshop mit seinen Lieblingszigarren aus Nicaragua und Honduras. Er kauft gleich einen kleinen Vorrat, denn in Kanada gab es nur wenige Läden und die führten für teueres Geld nur kubanische Edelzigarren. Zurück auf dem Campingplatz wollen wir ein Feuer entfachen, aber es beginnt zu regnen und hört erst auf, als wir in die warmen Schlafsäcke kriechen.

03.10.2004








Ski Resort
en GueteTrauminsel Der Wettergott meint es heute wieder gut mit uns, denn die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel. Auf der Strasse #113 nach Holderness durchqueren wir den südlichen Ausläufer der White Mountains. Die Bäume sind schon recht farbig und als wir bei Plymouth Richtung Norden fahren wird es richtig bunt. Ein Abstecher über das Waterville Valley auf der Strasse #49 lässt uns etwas herumirren. In Waterville, ein Ski Resort, umrunden wir dreimal das Dorf, bevor wir die richtige Strasse für die Weiterfahrt finden. Wir wissen auch bald wieso keine Wegweiser auf die Strasse hinweisen, denn auf dem höchsten Punkt wird sie zur Gravelroad. Aber umkehren wollen wir auch nicht, fahren wir halt vorsichtig weiter. Dafür entschädigt uns der dichte, farbige Laubwald. Bei Woodstock erreichen wir wohlbehalten wieder die Strasse #3, auf der wir weiter nach Norden fahren. Unterwegs können wir einen Blick auf den Indian Head werfen, ein Felsen der wie ein Indianerkopf geformt ist.
Waterville Ski Resort Indian Head Garage Sale (Flohmarkt)
Den Old Man of the Mountain (Ein Fels mit dem Profil Abraham Lincolns) sucht man trotz Wegweisern und Parkplatz vergebens, denn letztes Jahr im Mai ist der Felsen abgebrochen. In Bethlehem übernachten wir wieder einmal auf einem privaten Platz, damit wir Strom für unseren Ofen und damit eine geheizte Stube haben.

04.10. -
05.10.2004
Ein herrlicher sonniger Herbsttag erwartet uns wieder. Wir machen eine Rundfahrt durch die White Mountains über die Strassen #115, #2, #16 und 112# und geniessen die Blicke auf die farbigen Wälder. Unterwegs unternehmen wir kleine Wanderungen zu den Cascade Rapids und den Glen Ellis Falls (die leider schon im Schatten liegen).
Cascade RapidsHome Aloneroter Ahornfarbiges Picknick
Wir übernachten auf einem Campingplatz im State Forest am Kancamagus Highway. Zum Abendessen grillieren wir ein feines Steak und sitzen danach am Lagerfeuer, wo Martin endlich eine Zigarre geniessen kann.Kancamagus HighwayKancamagus Highway In der Nacht regnet es zwar etwas, aber dafür ist es nicht so kalt. Am nächsten Tag erwartet uns wieder die Sonne und wir können unser Sightseeing auf dem Kancamagus Highway, der über einen 900m hohen Pass mit spektakulären Ausblicken auf den farbigen Wald führt, fortsetzen. Bei Woodsville überqueren wir die Grenze nach Vermont. Bei einem Halt im kleinen Infocenter holen wir uns Strassenkarten und Informationsmaterial über Sehenswertes und die Campingplätze von Vermont. Auch diesmal übernachtenGroton State ForestHerbst 2004 wir in einem State Forest an einem See, im Groton State Forest. Durch den wolkenlosen Himmel wird es am Abend aber schnell kalt. Wir machen ein grosses Feuer um uns warm zu halten, aber in der Nacht wird es trotz Schlafsack, Wolldecke und drei Kleiderschichten ungemütlich.
Vermont State Flower (roter Klee)

06.10. -
07.10.2004








































Ski Resort
immer-bunterMums Es war die erste Nacht mit unter Null Grad draussen, denn am Morgen ist der Tisch und die Fenster mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Das Thermometer zeigt 0 Grad im Camper, brrrrr..... Zum Glück scheint wieder die Sonne und wärmt uns langsam auf. In East Montpelier besichtigen wir die Bragg Farm, eine Maple Syrup Factory mit Anschauungsunterricht wie der berühmte Ahornsirup von Vermont gewonnen wird. Montpelier, die verschlafene Hauptstadt MontpelierMaple Sirupvon Vermont, ist mit nur 10'000 Einwohnern die kleinste der USA. Wir schlendern durch die kleine Stadt, essen bei einem Chinesen und geniessen den warmen Tag. Wir fahren noch weiter bis Stowe, dem berühmten Skigebiet von Vermont. Auf dem einzigen, privaten Campingplatz auf einer Wiese direkt an der Strasse finden wir einen Platz mit Strom. Denn heute Nacht soll es wieder kalt werden. Und wirklich, es wurde die erste Nacht wo wir den Ofen nicht abstellen konnten. Aber es erwartet uns GlacefabrikGlacetestwieder ein warmer, sonniger Tag, gerade richtig um die berühmte Ben und Jerry’s Ice Cream Factory zu besichtigen. Ben und Jerry, zwei Schulkollegen die in der Schule immer am Schluss hinterherhinkten und keinen Job finden konnten, kauften eine Glacemaschine und mixten ihre eigenen Ice Creams. Sie wurden in den 60er Jahren ein Hit und werden heute in ganz Amerika und sogar im Ausland verkauft. Ein typischer amerikanischer Tellerwäschertraum. SuessmostStowe Ski ResortNachdem wir uns mit Glace gestärkt haben, besuchen wir noch die nahe gelegene Cold Hollow Cider Mill, die Süssmost herstellen. Im riesigen Laden kann man all die mit und aus Äpfeln hergestellten Waren kaufen und natürlich auch probieren. Wir verlassen Stowe und fahren am Skiresort vorbei weiter, über den Smugglers Notch Pass, nach Burlington, mit etwa 40'000 Einwohnern die grösste Stadt Vermonts. Wir übernachten an der North Beach am Lake Champlain, der die Staaten New York und Vermont trennt.

08.10. -
09.10.2004
BurlingtonWir haben beschlossen einen Tag in der Stadt zu verbringen, damit Nadia in einer Laundry wieder mal in Ruhe alles waschen kann. Danach geniessen wir diesen warmen Herbsttag in der City mit bummeln, Internet und Kaffe trinken. Am Abend füllt sich derAmerican Football Campingplatz mit vielen Wochenend-Urlaubern, es ist fast wie in den Sommerferien. Als wir am nächsten Tag weiterfahren, können wir bei der Schule in der Nähe einem richtigen Spiel im American Football zuschauen. Vielleicht können wir auch mal bei einem solchen Spiel in einem grossen Stadion zuschauen, wenn wir Tickets ergattern können. Auf Nebenstrassen den Green Mountains mit seinen bunten Farben entlang, gondeln wir nach Süden und erleben das ländliche Vermont mit seinen kleinen Farmen und etwas altmodischen Häusern. Im Gifford Woods State Park erleben wir das erste Mal seit den Sommerferien dass ein Campingplatz ausgebucht ist. Der Ranger hat Erbarmen und ruft beim weiter südlich gelegen Coolidge State Park an und rettet uns damit den drittletzten, dort noch verfügbaren Platz. Trotz kühlen Nächten rennen an diesem langen Wochenende nochmals alle in die bunten Wälder.
Es ist aber auch ein Erlebnis im gelb-orange-roten Laubwald zu übernachten.farbiges Camping
Herbstlichnoch bunterorange

10.10.2004
Die Temperatur ist gefallen und der Himmel ist bedeckt. Heute müssen wir uns wieder einen Platz mit Strom für unseren Ofen suchen. Bei Bridgewater erreichen wir wieder die stark befahrene Strasse #4 nach Woodstock. Die Kleinstadt mit ihren schmucken Häusern ist ein beliebtes Ausflugsziel und heute findet auch noch ein Herbstmarkt statt. Darum fahren wir im Schritttempo, Stosstange an Stosstange durch die einzige Hauptstrasse. Vollkommen unmöglich einen freien Parkplatz zu finden. Kurz nach Woodstock überquert die Strasse die Quechee Gorge, eine schmale, tiefe Schlucht. Wir erwischen gerade noch einen Parkplatz vor der Brücke und können zu Fuss über die Brücke gehen und die Aussicht bewundern.
Quechee Gorge Stausee Farbpalette
An einem Stand kaufen wir 1 Pint echten Vermont Ahornsirup. Wir wählen die Sorte Dark Amber, die für uns den kräftigsten Geschmack hat und sehr gesund sein soll. Jetzt nehmen wir dann davon jeden Tag einen Löffel voll. Auf der Weiterfahrt kommen wir an einer Farm vorbei, die allerhand Sachen zum Aufstellen oder zum Essen anbietet. So auch Maiskolben vom Grill, die sie nach dem Braten in flüssige Butter tauchen. Die Leute stehen Schlange um einen zu ergattern.
Kuhinvasion Vermont Farm grillierte Maiskolben
In Ludlow übernachten wir auf einem kleinen privaten Campingplatz mit schönen Plätzen im Wald und so viel Feuerholz in der Umgebung, dass wir schon um 16 Uhr ein wärmendes Feuer entfachen können ohne unser eigenes Holz, das wir noch vom State Park übrig haben, zu verwenden.

11.10.2004
Columbus Day, ein Feiertag der die Entdeckung Amerikas durch Columbus feiert. Dem entsprechend hat es auf den Strassen viel Verkehr. Wir machen es den Amerikanern gleich und schlafen bis um 10 Uhr aus. So lange haben wir im Camper noch nie geschlafen. Auf dem Weg über die Green Mountains nach Manchester ist es wieder ein Genuss durch den farbigen Wald zu gondeln. Es ist atemberaubend und kann fast nicht beschrieben werden, wie die Farben, trotz bedecktem Himmel, leuchten! Wir brauchen fast unsere Sonnenbrillen. In Manchester essen wir in einem echten amerikanischen Diner einen Burger mit Pommes und trinken dazu eine Diet Coke. Hier hat jeder Tisch seine eigene Musikbox. Die Leute stehen heute aber Kolonne um auswärts essen zu gehen.
Wir können uns gerade noch einen Platz an der Bar ergattern.Manchester
American DinerAussicht mit Herbststimmung
Manchester ist ein kleines historisches Städtchen mit alten, weissen Häusern und vielen Factory Outlets bekannter Marken. Sogar der MacDonalds hat sich mit seinem kleinen weissen Haus angepasst. Wir fahren wieder zurück über die Green Mountains bis nach Townshend, wo wir direkt am Westriver einen Campingplatz mit Strom für unseren Ofen finden, denn es ist bereits zu kalt um ohne auszukommen.

12.10. -
13.10.2004

Holzbrücke
Covered Bridge Auf dem Weg nach Brattleboro, die Kleinstadt im Südosten Vermonts halten wir an der längsten, gedeckten Holzbrücke von Vermont. Sie ist sogar noch befahrbar, aber unser Camper ist zu hoch dafür. Auf der Strasse #9, einer klassischen Leaf Peeper Strecke, überqueren wir ein weiteres Mal die Green Mountains. Heute scheint wieder die Sonne und die Bäume leuchten in intensiven Farben. Die Färbung ist zurzeit auf dem höchsten Stand und bietet ein grandioses Schauspiel. In Bennington, der grössten Stadt im Südwesten Vermonts, lassen wir uns im Visitorcenter über Sehenswertes und die Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel beraten. Vor dem Center steht eine lebensgrosse Statue eines Elch, ganz aus kleinen Holzrugeli hergestellt.Holzmooseedles Camping Leider war es uns bisher noch nicht möglich einen wildlebenden Elch zu sehen. Etwa 10 Meilen südlich, in Pownal finden wir einen privaten Campingplatz, einer der schönsten bisher, mit Teich und Springbrunnen. Wir verbrennen unser letztes Feuerholz und flüchten uns danach in den geheizten Camper. Am nächsten Tag ist es immer noch sonnig und wolkenlos. Wir fahren auf der Strasse #7 nach Süden und verlassen schweren Herzens den lieb gewonnenen, kleinen Staat Vermont und erreichen Massachusetts. In Williamstown gehen wir in der warmen Sonne bummeln. Nach kurzer Fahrt auf dem Mohawk Trail, die Strasse #2 die über die südlichen Ausläufer der Green Mountains führt und eine weitere klassische Blatt-Gucker Strecke ist, erreichen wir Charlemont, wo wir fast alleine mitten auf einer grünen Wiese campieren und die Sonne bis zum letzten, wärmenden Strahl geniessen können.
Williamstown"Herbstzeitlose"Green Mountainseinsames Camping
Massachusetts State Flower (Bodenlorbeer)

14.10. -
15.10.2004
Die Strasse #2 führt uns weiter Richtung Osten. In Shelburne haben sie in den Dreissiger Jahren eine alte Eisenbahnbrücke in die Bridge of Flowers umfunktioniert. Jetzt wachsen dort sogar Bäume. Kurz nach Greenfield überqueren wir auf einer hohen Brücke den Connecticut River mit herrlicher Aussicht auf den umliegenden, farbigen Wald. Wir verlassen darauf die #2, denn sie wird zur Autobahn und hat dem entsprechend viel Verkehr.
Bridge of Flowers Connecticut River Roter Maple
Wir umrunden auf der #202 und #32 den Lake Quabbin, das Wasserreservoir von Boston. Auf der Strasse #62 erreichen wir schliesslich mit der Interstate 495 den äusseren Autobahnring um Boston. Bei Lawrence verlassen wir die stark befahrene Autobahn wieder und fahren auf der #114 nach Salem an der Küste, wo wir für teure 30 Dollar auf einer Wiese im Winter Island Park, direkt am Meer, einen Übernachtungsplatz finden. Am nächsten Morgen wollen wir auf einen 5$ billigeren Platz ohne Strom wechseln, aber die einzigen noch verfügbaren Plätze sind auf dem Parkplatz bei der Bootsanlegestelle. Es bleibt uns nichts anders übrig, denn wir wollen heute die berühmte Hexenhauptstadt Salem und Morgen Boston besichtigen. Es ist neblig trüb, aber gar nicht kalt. Wir besteigen ganz in der Nähe den Sightseeing Bus, den man für 10$ den ganzen Tag rund um Salem herum benutzen kann. Hier hat man das Gefühl es sei das ganze Jahr Halloween. Denn hier stehen echte Hexenhäuser, ein Hexenmuseum und viele Läden bieten den ganzen Krimskrams an.
Am Abend und in der Nacht regnet es heftig und ein starker Wind wackelt an unserem Camper (oder waren es herumirrende Geister? Uhuuu...).(eine) Hexe von Salem
Segelschiff Hexenmuseum Hexenhaus

16.10.2004
Am Morgen haben wir wieder blauen Himmel, gerade richtig für einen Tag in Boston. Mit dem Camper fahren wir zur Eisenbahnstation von Salem. Der Parkplatz ist heute Samstag gratis. Bis der Zug kommt plaudern wir mit einem Ehepaar, das einige Jahre in Bamberg, Deutschland, gelebt hat. Den Fahrpreis von 15$ für hin und zurück müssen wir bei einem Kondukteur im Zug bezahlen, der uns das Billet nach etlichen Stanzungen mit seiner Zange aushändigt. Da kommen richtig nostalgische Erinnerungen auf, als das bei uns auch noch so gehandhabt wurde. An der Endstation wenden wir uns Richtung Stadtteil North End um den Freedom Trail, eine rote Linie und teilweise eine
Doppelreihe von roten Backsteinen am Boden, zu finden, der uns durch das alte Viertel und Little Italy in das Zentrum der Stadt führt.Freedom Walk
Little-Italy North End South Market
Unterwegs quetschen wir uns durch einen gut besuchten Fleisch-, Früchte- und Gemüsemarkt zur Faneuil Hall mit ihren Shops und dem Quincy Market, ein riesiger Food Court, wo wir ein delikates, chinesisches Essen kaufen und draussen auf einer Bank verspeisen. Die Aussichtsplattform des Hancock Towers, des grössten Gebäude der Stadt ( Panoramabild ), ist leider seit dem 11.9.2001 für Touristen geschlossen. Den Rest des Tages verbringen wir in den riesigen Einkaufszentren
Copley Place und Prudential Center, die durch gedeckte Fussgängerbrücken verbunden sind. Hier findet man alle bekannten Marken.Hancock Tower
Old State HouseTrinity Church
Als wir uns um 17 Uhr endlich entschliessen mit der U-Bahn und dem Zug zurückzufahren, ist die Stadt immer noch so belebt wie bei uns zu Spitzenzeiten. Nadia hat am Abend auf dem Parkplatz (Campingplatz) im Dunkeln noch eine Begegnung mit einem Skunk, vermutlich sind Beide gleich fest erschrocken.

17.10.2004
Am Sonntag können wir es wagen, mit dem Camper in die Stadt zu fahren. Auf der Strasse #1A verlassen wir Salem Richtung Süden bis zur #16, wo wir Richtung Cambridge abbiegen. Im Zentrum von Cambridge liegt die weltberühmte Harvard Universität. Harvard UniversityGruender von HarvardWir finden glücklicherweise einen Gratisparkplatz in der Nähe und können zu Fuss das Gelände des riesigen Campus besichtigen. Es soll Glück bringen, wenn man den linken Fuss der Statue John Harvards, des Gründers, berührt. Jetzt haben wir zumindest das Wichtigste von Boston gesehen und fahren weiter auf der #16 Richtung Südwesten, bis wir auf die Interstate 95 treffen. Bei Dedham verlassen wir die Autobahn wieder um essen zu gehen und Einzukaufen. Danach bleiben wir auf der #1 Richtung Süden bis Foxborough. Wir übernachten dort in einem Luxuscampingresort mit über 400 Plätzen, Indoorpool, Jacuzzi, Sauna, Laundry mit grossen, modernen Waschmaschinen, Recreation Hall mit Gross-TV und einem Spielsalon mit Flipperkästen und Computerspielen. Nadia wäscht alles was wir an Kleidern und Bettzeug haben. Das alles hat natürlich seinen Preis. Mit 37$ ist er der teuerste Platz bisher.

18.10. -
19.10.2004
Auf der Strasse #1A fahren wir wieder zurück bis kurz vor die Intertstate 95, wo wir gestern beim Vorbeifahren eine Filiale des AAA-Automobilclubs gesehen haben. Wir erkundigen uns dort, wie es aussieht mit Flügen von Houston nach Santo Domingo im Januar. Es sei kein Problem, denn es gibt zweimal täglich einen Flug der American Airlines via Miami und bis jetzt ist noch kein Platz besetzt. Wir können also noch etwas warten, vielleicht ergibt sich im Süden ein Sonderangebot. Mayflower IIAuf den Interstates 95 und 93 erreichen wir die #3, die Richtung Süden führt. In Plymouth, wo 1620 die ersten Siedler gelandet sind, machen wir einen Halt und besichtigen das nachgebaute Schiff Mayflower II und den Pilgrim Rock. Amerikaner aus dem ganzen Land besuchen hier die Geburtstätte ihrer Nation. Kurz vor dem Kanal, der das Cape Cod vom Festland trennt, wollen wir im Scusset Beach State Park übernachten, aber der ist nur noch am Wochenende geöffnet. Darum überqueren wir den Kanal und fahren durch kleine, schmucke Dörfer im dichten, kleinwüchsigen Wald, auf er Strasse 6A der Küste entlang bis Brewster. Dort finden wir im Sweetwater Forest einen geöffneten Campingplatz an einem kleinen See. In der Nacht hat es zu regnen begonnen und es soll laut Wetterbericht auch den ganzen Tag so bleiben. Wir besuchen das Visitor Center um eine bessere Karte vom Cape zu erhalten. Die Fahrt am Meer entlang ist leider bei Regen und Wind nicht so interessant, weil wir nicht an den Strand gehen können. In Provincetown, am nördlichsten Zipfel von Cape Cod, übernachten wir auf einem grossen, schönen Campingplatz. LobsterfangDer Preis von 29$ für ausserhalb der Saison lässt erahnen wie überfüllt und damit teuer es am Cape in den Sommerferien sein muss. Überhaupt müssen wir uns langsam vergewissern wie weit und wohin wir fahren wollen, denn seit dem 15.10. sind viele Campingplätze geschlossen. Am Abend hört es auf zu regnen. Martin erkundet die Umgebung und geht noch zu Fuss ins nahe Städtchen. Mit unserem farbigen Regenschirm und seiner bunten Jacke fällt er natürlich auf und wird vor allem von Männern angestarrt, was ihn etwas wundert. Wie wir aber dann aus dem Reiseführer erfahren, ist Provincetown ein Sommertreffpunkt von Gay-People und ausgeflippten Leuten und vermutlich sind noch einige übriggeblieben.

20.10. -
21.10.2004
Weil wir wieder einmal das seltene Glück haben den Camper auf dem Camping stehen lassen zu können und zu Fuss einen sehenswerten Ort zu erkunden, bleiben wir noch einen Tag in Provincetown. Es weht ein kalter Wind, aber die Sonne scheint ab und zu zwischen den schnell vorbeiziehenden Wolken hindurch. Bis gegen Mittag haben wir das schmucke Städtchen mit seinen weissen Häusern, kleinen Läden und Restaurants fast für uns alleine, aber dann fahren die Reisebusse ein und die vielen Rentner fallen ein wie die Heuschrecken. Die Strasse ist plötzlich überfüllt und zum Mittagessen in einer portugiesischen Imbisstube können wir nach langem Anstehen gerade noch einen kleinen Tisch ergattern.
ProvincetownProvincetownProvincetown
Am Nachmittag trennen wir uns, damit jeder nach seinem Gutdünken die Läden durchforschen kann, und vereinbaren uns zum Abendessen wieder zurück auf dem Campingplatz. Mit Abstechern an die Meeresküste und Strände verlassen wir das Cape am nächsten Tag wieder und fahren auf der Strasse #6 und #28 durch die kleinen Städte im Süden zurück über den Kanal. Gleich auf der anderen Seite des Kanals ist ein grosser Campingplatz, der aber von Dauercampern praktisch voll
Herrings CoveThree Sisterszwei starke TypenObdachlose
belegt ist. Uns bleibt nur ein Platz direkt unterhalb der Brücke, mit dem Lärm der darüber fahrenden Autos und Lastwagen. Für 27$ haben wir noch nie unter einer Brücke pennen müssen.
Rhode Island State Flower (Veilchen)

22.10. -
23.10.2004
Ab heute heisst es: Ab nach Süden in die Wärme! Am Morgen regnet es schon wieder und es ist kalt. Auf der Strasse #6 gondeln wir noch einmal durch farbige Wälder nach Fall River, wo wir die Grenze nach Rhode Island, dem kleinsten Staat der USA, überqueren. Dafür haben sie hier mit Abstand die höchsten Benzinpreise. Zum Glück haben wir noch vor der Grenze für 2.05$ per Gallone getankt, denn hier hätten wir fast 30 Cent mehr bezahlt. In Newport machen wir einen Halt um im Visitor Center eine Strassenkarte zu besorgen. Die Stadt ist bekannt für ihre alten Villen der Schönen und Reichen vom Anfang der 20.Jahrhunderts und war der Austragungsort des prestigeträchtigen Americas Cup (der ja letztes Jahr von Neuseeland in die Schweiz gewandert ist!). Wir fahren auf dem Ocean Drive entlang - mit Blick auf die Küste und die riesigen Villen.
Cliff HouseMarble HouseThe BreakersNewport Bridge
Einige alte Häuser, wie The Brakers von Vanderbilt oder das Marble House, kann man für 10$ und mehr besichtigen. Wir begnügen uns aber mit den Aussenansichten. Über zwei imposante Brücken (2$ Brückenzoll) verlassen wir die Stadt wieder und überqueren die Narragansett Bay. Ganz im Süden, an der Küste, finden wir einen State Park der noch geöffnet hat und Campingplätze mit Stromanschluss anbietet. Am nächsten Tag verlassen wir den kleinen Staat schon wieder und überschreiten die Grenze nach Connecticut. Auch hier zeigt sich der Wald von seiner bunten Seite, fast so prächtig wie in Vermont. In Mystic sehen wir uns das Seaportmuseum von aussen und die kleine Altstadt am Meer an.
Dauerherbst Seaport Mystic Library
In einem wunderschönen, alte Gebäude befindet sich die Library, wo wir für einmal die einzigen am Internetcomputer sind. In Old Mystic finden wir den noch geöffneten Seaport Campground, wo wir übernachten.
Connecticut State Flower (Berglorbeer)

24.10.2004
Wie wir gestern im Visitor Center erfahren haben, sollen in der Nähe die zwei grössten Spielcasinos der Welt stehen. Es sind zwei Indianerreservate die hier das Glückspiel betreiben können. Sie müssen dabei keine amerikanischen Gesetze befolgen und auch keine Steuern abliefern. FoxwoodsFoxwoodsFoxwoods, im Mashantucket Reservat und das grösste Spielcasino der Welt, betreibt gleich 6 Casinos mit über 6500 Geldautomaten, 350 Spieltischen und ein Hotel. Man kann in einem der 1400 Hotelzimmer übernachten oder, so fern man es finanziell verkraftet, gleich seine Ferien hier verbringen, ohne jemals nach draussen gehen zu müssen. Es stehen 24 Restaurants und 17 Spezialläden zum geniessen und shoppen zur Verfügung. Jeden Abend gibt es eine Show, wo immer wieder berühmte Stars auftreten oder man vergnügt sich diskreter in einem der Nachtclubs. Als wir unseren Camper auf einem der riesigen Parkplätze abstellen, werden wir gleich zum Shuttlebus verwiesen, der einem die 500 Meter Fussmarsch bis zum Eingang erspart. Weil heute Sonntag ist, sind die Casinos gut besucht. Die Bingohalle ist auf Wochen hinaus ausgebucht. Wir können einen Blick in die mit über 3200 Leuten besetzte Halle werfen, wo die Teilnehmer gespannt auf die nächsten Zahlen warten und sie von ihren zahlreichen Karten streichen. Einige Meilen weiter im Mohegan Reservat steht das Mohegan Sun. Es ist nach unserem Geschmack etwas ausgefallener und schöner aufgemacht, es enthält viele indianische Skulpturen und sogar einen fast 20m hohen Wasserfall. Es gibt zwei riesige Casinos mit 6300 Geldautomaten und 270 Spieltischen. Natürlich steht auch hier ein grosses Hotel mit 1200
Zimmern, etlichen Restaurants und der obligate Shoppingmall.Mohegan Sun
Wer war das? Mohegan Sun Mohegan Sun
Am späteren Nachmittag haben wir genug vom hektischen Trubel und den vielen Leuten die hier ihr Geld verprassen. Als wir nach New London zurückfahren, merken wir dass wir keinen Dollar verspielt haben und vor lauter anschauen und bummeln nur Zeit für einen Kaffee mit Doughnut hatten. Dafür leisten wir uns für zwei Nächte eine Suite im Spring Hills Marriott Hotel. Wir haben in einem Gutscheinheft einen Rabattcoupon gefunden und können hier damit für 79 Doller pro Nacht in einer Suite mit Sitzecke, Küche und zwei Fernsehern wohnen. Endlich wieder mal Fernsehen bis die Augen zufallen, ein richtiges Bett und eine eigene Dusche mit WC.

25.10. -
26.10.2004
Luxussuite Am Morgen liegt sogar Martins Lieblingszeitung, die USA Today, vor der Tür. Wir verpflegen uns am üppigen Frühstücksbüffet, das auch inbegriffen ist und fahren danach zum Fährterminal, wo wir für Morgen die Überfahrt nach Long Island buchen. Am Nachmittag kehren wir zurück, ziehen die Badehose an und legen uns in den geheizten Whirlpool. Als krönenden Abschluss dinieren wir am Abend im nahen Outback Steakhouse. Martin kann endlich mal sein langersehntes, 450 Gramm schwere, drei Finger dicke, Prime Rib zu Gemüte führen (dafür haben wir dann aber das Dessert weggelassen, puhh...). Am nächsten Morgen scheint endlich wieder einmal die Sonne, nachdem wir sie eine ganze Woche nicht gesehen haben. Mit der Fähre verlassen wir Connecticut. Wir geniessen das schöne Wetter und die ruhige See bis wir nach 90 Minuten Long Island in
Suennele Tschau Connecticut New London
New York erreichen. Auf überfüllten Autobahnen, mit kurzen Abstechern an die Küste, fahren wir in die Nähe der grössten Stadt Amerikas, New York City. In einem Vorort der Stadt, auf dem einzigen, noch geöffneten Campingplatz in der Umgebung - dem Battle Row des Nassau County - finden wir für nur 20$ einen Platz mit Strom.
New York State Flower (Rose)

27.10.2004
Im StauSkyline NY City Da wir vor ein paar Jahren schon einmal die City besichtigt haben, starten wir heute nur zur Durchfahrt durch New York City (dem nicht minder grossen Abenteuer). Wir reihen uns ein in den starken Verkehr auf der sechs- bis achtspurigen Interstate #495 und Martin braucht seine ganze Konzentration um auf den Verkehr zu achten und Nadia um ja keine Abzweigung zu verpassen. Im Stadtteil Queens wechseln wir auf die #278, die östlich an Manhattan entlang durch Brooklyn nach Süden führt. Der Verkehr kommt ins Stocken und einige Zeit kommt er ganz zum Erliegen. Das gibt uns Gelegenheit um einen längeren Blick auf die neue Skyline von Manhattan (ohne die zwei Türme des World Trade Center) und die Freiheitsstatue zu werfen.Verrazano BridgeVerrazano Bridge Für 8$ überqueren wir die Meerenge The Narrows auf der gewaltigen Verrazano Brücke und erreichen damit Staten Island. Wir verlassen die Autobahn und kurven an der Nordküste der Insel entlang, um nochmals einen letzten Blick auf New York City zu werfen. Auf der #440 überqueren wir dann nochmals eine Brücke und gelangen nach New Jersey, dem Heimatstaat unseres Campers. In Middletown besuchen wir den Hauptsitz von Adventures on Wheels. Es sind Schweizer, die diese Firma betreiben und Benjamin kommt sogar aus Schaffhausen. Wir ergreifen die Gelegenheit und vereinbaren für morgen einen Termin in der Werkstatt um die fällige Zwei-Jahresinspektion des Campers durchführen zu lassen. In der Nähe gibt es einen State Park der noch geöffnet hat, wo wir fast alleine mitten im Wald campieren.
New Jersey State Flower (Veilchen)

28.10. -
29.10.2004
Nachdem wir den Camper abgeliefert haben, können wir gratis mit einem Minivan die Umgebung erkunden. Wir fahren zum Sandy Hook, eine geschützte Halbinsel die in die Lower Bay hinausragt und von wo man nochmals einen freien Blick über das Meer nach New York und die Verrazano Bridge geniessen kann.
Leuchtturm Fischerhafen Angeln mit Aussicht auf NY
Nachdem wir den Camper nach drei Telefonanrufen am Nachmittag wieder abholen können, kämpfen wir uns durch den dichten Verkehr zurück zum ruhigen State Park. Am nächsten Tag geht es weiter nach Süden. Der Himmel ist wieder bedeckt, gerade richtig um etwas Zeit auf der Strasse zu verbringen. Zuerst fahren wir auf der #9, aber der Stop and Go Verkehr und die vielenHalloweendekoration Autos, Busse, Lastwagen usw. nerven. Wir wechseln auf den gebührenpflichtigen Garden State Parkway. Es kostet uns nur dreimal 35 Cent bis ans Ende der Strasse in Cape May und schont dafür unsere Nerven. Wir informieren uns am Fährterminal über die Abfahrtszeiten der Fähre über den Delaware River nach Delaware. Auf einem gut besuchten Campingplatz (es ist Freitag vor Halloween) finden wir noch eine ruhige Ecke.

Delavare State Flower (Pfirsichblüte)

30.10. -
31.10.2004








Vier Staaten an einem Tag
schwimmende Strasse Wir haben beschlossen die Fähre um 9Uhr30 zu nehmen. Das heisst um 7 Uhr aufstehen und um 8Uhr abfahren damit wir um 8Uhr30 einchecken können. Im Terminal gibt es Zeitungen und ein Café, da können wir bis zur Abfahrt verweilen. Leider ist es neblig und auf der ganzen Überfahrt sehen wir nur Wasser und Nebel. In Delaware angekommen, fahren wir gleich weiter. Auf den gut ausgebauten Strassen #9 und #113 durchqueren wir zügig den kleinen Staat. Es ist angenehm zu fahren, denn im Gegensatz zu New Jersey, dem am dichtesten bevölkerten Staat Amerikas, hat es fast keine Autos. Auf der #113 durchqueren wir Maryland und erreichen auf der #13 den Zipfel der Halbinsel, der in Virginia liegt. Damit haben wir an einem Tag eine Fahrt durch vier Staaten absolviert. Die Bäume werden wieder grüner und die Temperaturen steigen. Im Kiptopeke State Park am südlichsten Punkt der Halbinsel finden wir einen Campingplatz. Endlich können wir wieder die kurzen Hosen und das T-Shirt anziehen, und am Abend draussen sitzen. Am nächsten Tag ist Sonntag und damit Halloween. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm, darum beschliessen wir noch einen Tag zu bleiben und eine Strandspaziergang an der Chesapeake Bay zu unternehmen. Auf dem Rückweg finden
wir genügend Holz um am Abend ein Lagerfeuer zu entfachen und somit all die Geister zu vertreiben.Halloween
grosse Waesche Kiptopeke State Park Strandspaziergang
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